fliegendes Personal der Polizei

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Beitrag von Frank Lehner zur Delegiertenwahl der BfPP 2017

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

wir leben in bewegten Zeiten. Um uns herum bewegt sich einiges und auch die Länder und der Bund mit uns als eine Spezialverwendung werden nicht stillstehen. Ich denke, es wird in den nächsten Jahren tiefgreifende Wandel und Einschnitte geben.
Flüchtlingskrise, Terrorgefahr, Fußballeinsätze und anderes fordern die Kollegen immer mehr. Jeder weiß, mit dem gegenwärtigen Personalansatz wird das nicht zu schaffen sein, oder zumindest auch an uns nicht spurlos vorübergehen. Jeder von uns spürt dies am eigenem Leib, in seinem dienstlichen Umfeld.
Bemühungen Personal zu gewinnen und auszubilden werden, wenn überhaupt, erst in einigen Jahren Früchte tragen. In der Zwischenzeit werden wir aber nicht jünger. Für uns bedeutet dies eine anhaltend hohe, sich verstärkende Belastung in den nächsten Jahren.

Ich sehe folgende Gefahren:

– ein Anheben des Pensionseintrittsalters
– weitere Versuche, die Höhe der Pension zu verringern
– eine weiter schwindende Interessenvertretung für die Belange der Besatzungen durch politischen Druck auf unsere Führung ( Bsp. Rolle der Systemoperatoren, mangelnde Erhöhung der Zulagen, kein Einsetzen für Pensionierung mit 60 für das fliegende Personal)
– mangelnden Einsatz für eine Verbesserung der Attraktivität einer fliegerischen Tätigkeit
– durch eine politisch vorangetriebene Kaltstellung kleiner Berufsverbände und deren “Aufgehen” in große Gewerkschaften radikaler Verlust von Sachverstand

In der freien Wirtschaft erleben wir zur Zeit Bemühungen kleinen Gewerkschaften oder Fachverbänden das Mandat zur Vertretung zu Entziehen und unter dem Deckmantel einer Tarifeinheit diese zu neutralisieren.
Aktuelle Beispiele sind die Gewerkschaft der Lokführer und die Vereinigung Cockpit. Durch das Zwingen dieser spezialisierten Personalvertretungen in große Verbände gehen auch große Stücke Spezialkenntnisse verloren.

Wir sollten aufpassen, das uns dies nicht passiert. Um unsere Interessen auch in Zukunft vertreten zu wissen, brauchen wir einen starken Berufsverband. Und das ist nun mal die BfPP.

Wir brauchen:

– eine deutliche Erhöhung der Attraktivität des Berufsbildes Besatzungsmitglied (Systemoperatoren, Flugtechniker, Piloten)
– Anerkennung der erhöhten Belastung durch Zeitkonten und frühere Pensionierung ( ich will nicht mehr mit 65 im Cockpit sitzen)
– Halten und Verbessern einer fachgerechten Gesundheitsvorsorge
– engmaschige Überwachung gesundheitlicher Veränderungen
– Anerkennung von Rückenschäden als Berufserkrankung für die Besatzungen (BfPP injiziert z.Z. eine Studie für Euch)
– uneingeschränkte Anerkennung der Systemoperatoren als gleichberechtigte Besatzungsmitglieder ( wie viele von euch kämpfen an der Seite der BfPP dafür???) Thälmann hat mal gesagt: einen Finger kann man brechen eine Faust nicht.

In den letzten Jahren konnte unsere Vertretung auf einige Erfolge zurückblicken. Ich denke, wir werden eine starke und laute Stimme, gerade in den nächsten Jahren, brauchen.

In den vergangenen Jahren sind gute Kontakte zur Vereinigung Cockpit und auch zum Bundeswehrverband entstanden. Ein Beispiel: Am Bundeswehrverband vorbei kann keine Entscheidung bei der Bundeswehr getroffen werden. Warum? Weil vom Soldaten bis zum General ein hoher Organisationsgrad herrscht. Weil alle gemeinsam mit lauter und kräftiger Stimme sprechen, die nicht überhört werden kann.
Wir werden in den nächsten Jahren genau so etwas brauchen, eine starke und laute Interessenvertretung!!!!
Die älteren unter uns, um zu verhindern, dass unser erreichtes Niveau eingeschmolzen wird, und die jüngeren unter uns, um für ihre Zukunft Verbesserungen zu erreichen.
Ein paar Stimmen in einem vollen Stadion hört keiner, aber einen Chor aller, die dasselbe sagen, kann keiner ignorieren!!!!
Wir alle geben Geld für vielleicht nicht so wichtige Dinge aus. Aber die 10 Euro im Monat für eine fundierte Vertretung euer aller Interesse sollte doch drin sein. Wenn ihr einen Erstkontakt mit einem Verband habt (wie z.B.in Verhandlungen zu tariflichen Vereinbarungen) würdet ihr nicht nach der Anzahl der Mitglieder im Verhältnis zur Belegschaft fragen, um die Legitimation zu prüfen? Und genau dies geschieht, wenn es um unsere Rechte geht. Deshalb ist es so wichtig nicht nur hinter dem Verein zu stehen, die Erfolge zu genießen, sondern durch eine Mitgliedschaft klarzumachen, Kürzungen, Verschlechterungen, mit uns nicht!

Wir brauchen euch, eure Stimme für einen kräftigen Chor!!!

1988/89 wurde so eine Zulagenverdopplung erreicht. Dies wäre ohne einen Berufsverband für das fliegende Personal nicht möglich gewesen. In den nächsten Jahren werden genügend Herausforderungen auf uns warten, die einen starken Verband erfordern.

Setzt Euch mit euren Delegierten in Verbindung und werdet Mitglied! Unterstützt die Berufsvertretung aktiv durch die z.Z. anstehenden Wahlen oder beteiligt Euch aktiv als Delegierte.

Es geht um Euch und eure Zukunft.

Hals und Beine
Frank Lehner